Während sich die Pathogenese mit der Entstehung und Behandlung von Krankheiten beschäftigt, stellt die Salutogenese die Frage:
„Was erhält uns gesund?“
Sie legt den Fokus auf Ressourcen, Resilienz und die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen (Mittelbacht, o. J.).
Die Ursprünge der Salutogenese
Das Konzept wurde in den 1970er-Jahren vom Medizinsoziologen Aaron Antonovsky entwickelt. In einer Studie zur Stressbewältigung untersuchte er Frauen in den Wechseljahren – darunter Überlebende nationalsozialistischer Konzentrationslager.
▶ Erstaunliches Ergebnis: Trotz extremer Traumatisierung blieben viele dieser Frauen sowohl körperlich als auch psychisch gesund (Rosch, 2018).
Diese Beobachtung war der Ausgangspunkt seiner zentralen Frage:
„Was macht Menschen trotz schwerer Belastungen gesund?“
Der Kohärenzsinn – die innere Orientierung
Antonovsky identifizierte den sogenannten Kohärenzsinn als entscheidenden Schutzfaktor:
-
Verstehbarkeit – Die Welt ist erklärbar und nachvollziehbar.
-
Handhabbarkeit – Ich verfüge über Ressourcen, um Herausforderungen zu bewältigen.
-
Sinnhaftigkeit – Was mir begegnet, ist bedeutsam und lohnt sich, zu bewältigen.
▶ Ein stark ausgeprägter Kohärenzsinn hilft Menschen, Krisen zu meistern, anstatt daran zu zerbrechen.
Salutogenese in der Burnout-Prävention
Gerade im beruflichen Alltag ist dieser salutogene Blick auf Stärken statt Schwächen entscheidend für Prävention.
Wenn Menschen:
-
ihre inneren Bedürfnisse kennen,
-
ihren eigenen Fähigkeiten vertrauen
-
und in achtsamer Selbstführung leben,
…dann erleben sie schwierige Lebensphasen nicht nur als Belastung, sondern oft auch als persönlichen Reifungsprozess.
Eine klare innere Haltung, ein förderliches Selbstgespräch und das rechtzeitige Erkennen eigener Grenzen können Burnout wirksam vorbeugen (Lasta, 2021).
Fazit: Wahre Gesundheit wächst dort, wo Kopf und Herz im Einklang sind.
Jeder Mensch bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit, um Gesundheit zu erhalten oder wiederzuerlangen. Entscheidend ist nicht allein die Abwesenheit von Krankheit, sondern die aktive Förderung eines ganzheitlichen Wohlbefindens.
➡ Gesundheitsförderung bedeutet auch, Belastungsgrenzen zu erkennen, sie zu respektieren – und Ressourcen gezielt zu stärken.
Denn: Kurzfristige Belastung ist verkraftbar. Doch anhaltendes inneres Ungleichgewicht kann zur Krankheitsursache werden.
Quellen:
Lasta, I. (2021). Burnout-Prävention durch Salutogenese.
Mittelbacht, A. (o. J.). Salutogenese nach Antonovsky: Einfach erklärt.
Rosch, L. (2018). Was ist Salutogenese?

