Emotionen sind nicht nur ein „zentraler Bestandteil unseres Seelenlebens“, sondern dienen als essenzielle Frühwarnsysteme. Sie ermöglichen uns, Situationen zu bewerten und entsprechend zu reagieren – sei es durch Flucht, Annäherung oder Distanz. Emotionen sind damit ein zentrales Orientierungssystem für unser tägliches Verhalten.
Was die Hirnforschung über Emotionen zeigt
Die emotionale Neurowissenschaft (Emotional Neuroscience) erforscht die funktionellen und strukturellen Prozesse im Gehirn, die Emotionen auslösen und verarbeiten. Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) lassen sich Veränderungen des Blutflusses in bestimmten Hirnarealen sichtbar machen.
Je stärker die emotionale Reaktion – etwa bei Furcht, Ekel oder Wut –, desto intensiver ist die neuronale Aktivität in den betroffenen Regionen wie der Amygdala oder dem präfrontalen Cortex.
Emotionen als soziales Kommunikationsinstrument
Emotionen sind ein zentrales Element der nonverbalen Kommunikation. Über Mimik, Gestik, Körpersprache und Stimmlage übermitteln wir Gefühle – oft unbewusst. Dieses feine Zusammenspiel ist entscheidend für unser soziales Miteinander.
▶ Beispiele bei Einschränkungen:
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Autistische Menschen haben oft Schwierigkeiten, Emotionen bei anderen zu erkennen oder adäquat zu deuten.
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Menschen mit Depressionen zeigen ein eingeschränktes emotionales Erleben; ihre Reaktionen erscheinen abgeflacht oder distanziert.
➡ Fehlen diese emotionalen Signale, wird soziale Interaktion erschwert – Missverständnisse oder soziale Isolation können die Folge sein.
Wie Emotionen unser Verhalten beeinflussen
Unser emotionaler Zustand hat einen großen Einfluss auf Entscheidungen – insbesondere in emotional aufgeladenen Situationen.
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Gute Laune kann zu impulsivem Verhalten oder exzessivem Konsum führen.
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Negative Emotionen wie Trauer, Leere oder Wut können ebenfalls zu unkontrolliertem Handeln oder Rückzug führen.
Diese emotionalen Extreme verzerren unser Urteilsvermögen – ob im privaten, beruflichen oder gesellschaftlichen Kontext.
Fazit: Emotionale Signale wahrnehmen zu verstehen und angemessen zu steuern ist Basis für persönliche Resilienz und gesunde Beziehungen.
Emotionen steuern unser Verhalten weit mehr, als uns bewusst ist.
Wer Schwierigkeiten hat, Emotionen zu erkennen, zu benennen oder auszudrücken – etwa infolge von Traumata oder psychischen Belastungen – ist oft in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt.
Ein Teufelskreis entsteht, wenn:
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Emotionen unterdrückt oder fehlinterpretiert werden,
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das soziale Umfeld mit Rückzug reagiert,
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und die betroffene Person versucht, emotionale Leere durch übermäßiges Verhalten zu kompensieren (z. B. Konsum, Arbeit, Ablenkung).
Quellen:
Hamm, A. P. (2018). Der Kosmos im Kopf, Was sind EmH
Neumann, A., & Schmidt, M. (Hrsg.). (2009). 30tausend Denkweisen erfolgreicher Unternehmer, Wie der innere Zustand Ihr Handeln beeinflusst
Vaitl, D. (2006). Blick ins Gehirn: Wie Emotionen entstehen. Justus-Liebig-Universität Giessen.
